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Über Hana

Bis sie sechsundzwanzig war, hätte eine gebürtige Pressburgerin gedacht hat, dass sie sich ihren Kindheitstraum erfüllt hat, da sie Schauspielerin war. Sie hat bereits eine Reihe von Rollen in Theater und Film gespielt, darunter mehrere Hauptrollen. Aber im Jahr 1957 hat sich angefangen alles zu ändern. Immerhin wie zuvor.

Für den Anfang gaben die imaginären Fees ihr einen Hauch.
Carmen Farkašová wurde am 20. Oktober 1931 als Einzelkind in einer bedeutenden Familie in Bratislava geboren. Vater Ján Farkaš war Direktor der Tatra Banka und Generalsekretär der slowakischen Gewerkschaft der privaten Beamten. Mutter Margita, geborene Čelková, hatte einen über vierhundert Jahre alten aristokratischen Stammbaum und ein Wappen mit einer von einem Pfeil durchbohrten Eule. Diejenigen, die an das Glück der ethnischen Mischung glauben, mussten die kleine Carmen anfeuern: Großvater Farkaš war Ungar, Großvater Čelko war Slowake, Großmutter Farkašová stamm aus Český Krumlov, geborene Kladrubská (stamm aus der berühmten Eiskunstläuferfamilie). Tschechische Großmutter Čelkova, geborene Rothbauerová war Deutsche.

Carmen hat deutschen Kindergarten besuchet, lernte Französisch und wurde dreimal wöchentlich zu Balletttraining zu dem Meister Relsky geschickt. Sie spielte mit den Kindern im deutschen Märchen „Hans und Gretchen“ (den Bub Hans), in Nedbals Ballett „Von Märchen zu Märchen“ tanzte sie den Zwerg in der Hocke. Nur Klavierspielen hat ihr überhaupt kein Spaß gemacht.
Im Alter von zwölf Jahren hat Carmen die Diagnose Ventilklappen erhalten hat und den Ballettunterricht beenden musste, was das Leben der Familie Farkas jedoch nicht störte und beeinflusste. Carmen tanzte und spielte Theater auch zu Hause, und Großmutter Čelková interpretierte die Pasianas weiterhin, während sie ihre Lieblingsopern hörte. So bekommt auch die Enkelin ihr Name, nach dem berühmtesten Namen in der Oper.
Carmen Farkašová – so ist ihr Name entstanden. Aber nicht nach dem Krieg im Jahr 1945. Die Familie Farkaš haben auf der gleichen Etage wie die Familie Mach gewohnt, und es war bekannt, dass Alexander Mach, der Innenminister des slowakischen Staates, seit den 1920er Jahren mit Ján Farkaš befreundet war und sie haben die Hlinka-Garde mitgegründet. In der Slowakei haben die Kommunisten im Gegensatz zu den tschechischen Ländern die ersten Nachkriegswahlen verloren, aber bereits im Jahr 1947 war die Demokratische Partei von Husak bei der Macht und sie haben alle ideologischen Gegner inhaftiert. Herr Mach wurde nur wegen seiner Krankheit nicht inhaftiert aber Ján Farkaš wurden festgenommen.

Die Ehe von Ján und Margita Farkašová  ist zusammengebrochen und Carmen ist mit ihrer Mutter nach Piešťany und Hurbanovo gezogen. Sie hat ihren Abschluss in Komárno gemacht, aber aufgrund ihres familiären Hintergrunds hat sie auf das Studium an der Universität nicht einmal gedacht. Im Gymnasium hat sie bereits Jessie in der Aufführung von Simonov „Russischer Frage“ gespielt. Direkt nach dem Studium hat sie angefangen, in den Maschinenwerken in Komárno zu arbeiten. Sie hat dort als Ausbildnerin gearbeitet, sie hat die Lehrlinge Ökonomie und politische Bildung unterrichtet.
Mit der Hilfe von einem Kadermitglieder konnte Sie einen zweijährigen professionellen Theaterkurs am Staatskonservatorium in Bratislava belegen. Sie wurde auch von den bekannten Ladislav Chudík und Fero Dibarbora unterrichtet. Vor ihrem Abschluss im Jahr 1953 ist sie dem Petr Jilemnický-Theater in Žilina beigetreten und wo sie von dem Regisseur Jiří Krejčík ins Auge gefasst wurde. Er hat sie nach langem Zögern die Titelrolle einer Landfrau im Film „Frona“ gegeben. Die Geschichte handelt sich über die Kollektivierung in der Slowakei (was nicht nur schwarz-weiß betrachtet wurde) – es wurde lange gefilmt und die Produktion hat siie fast ein Jahr lang die Unterkunft im Prager Palasthotel bezahlt. (In den nächsten fünf Jahren in Prag hat die große Schauspielerin aus Žilina sich auf die große Theaterbühne nicht gewagt und die Theater der kleinen Formen waren nur selten.)

Der Film „Frona“ ist im Jahr 1954 mit ihrem Künstlernamen Hana Čelková in die Kinos gegangen. In dem gleichen Jahr hat sie ihren Sohn Matouš bekommen und sie hat den Regisseur Dalibor Heger geheiratet. Sie lassen sich später scheiden, aber sie blieb für immer Hana Hegerová. Während ihres fünfjährigen Engagements in Žilina ist sie in elf Produktionen aufgetreten. ("Wir haben alle alles gespielt, die Hauptrollen und die Komparsen.") Sie hat mit der gesprächsintensiven Gräfin im Spiel „Der Abenteuer des Erntefestes“ von dem Priester und Erweckens Ján Palárik angefangen hat und hat mit Lída Matysová, die Hauptfigur von Kohouts "Suche Liebe". Sie hat im Repertoire von Ostrovsky „Spätliebe“ (Ludmila), von Krylov „Modeware“ (Anuška), von Šrámek „Sommer“ (Stáza) oder von Calderón „Liebe im Eckhaus“ (Doňa Klára) gespielt.

Zu dieser Zeit hat sie noch in zwei weiteren Filmen gespielt. „Die Vorführung der Liebe“ von Regisseur Jozef Medveď hat ihr die wichtigste und unvergessliche Rolle gebracht. Die zukünftigen Oskar Gewinner Elmar Klos und Ján Kadár haben ihr eine Nebenrolle in ihrer intimen Romanze „An der Endstation“ gegeben, die Hauptrolle spielte die Journalismus Studentin Eva Očenášová.
Zu dem Jahr 1957 hat niemand auf die Idee gekommen, dass die Schauspielerin Hana Hegerová auch singen konnte. Ihr dunkler, körniger und durchschlagender Alt musste schon damals spürbar sein. Immerhin hat Alice Farkašová, die damals beliebte Sängerin, auf einer Privatparty eine so seltene Stimme nicht unbemerkt, gelassen. Dann ist der Kapellmeister Juraj Berczeller gekommen und im Sommer hat Hegerová in der Tatra-Revue in Bratislava gesungen. Es war etwas zwischen Chanson und Jazz. Sie wurde gleich unter einem Vertrag genommen. Aus diesem Grund nahm sie sich ein Jahr frei im Theater in Žilina. Aber die Vertragsverhandlungen zogen sich jedoch hin und deswegen hat sie im neuen gegründeten Prager Theater Rokoko angefangen, zu spielen.  
Sie wurde gleich angenommen und sie haben ihr doppelt so viel wie im Theater Žilina bezahlt. Es war Zeit, wo sie nur mit einem einzigen Koffer angekommen ist und sie hatte nur 1.400 Kronen in ihre Brieftasche. Sie wurde der Mutter des Theaterkollegen Ota Žebrák sehr dankbar, dass sie ihr in einem ungeheizten Notheim für Bauarbeiter in Dejvice Unterkunft besorgt hat.

Das Theater Rokoko stammte aus Prager Theatern der kleinen Formen vor Theater Zábradlí und Semafor, aber eigene Stempel als Theater haben sie sich lange gesucht. Sicherlich während der gesamten Zeit wo die Hana Hegerová (1958-61) im Theater gesungen hat. Die Aufführungen „Ausgeraubt“ , „Hoch auf in Rio Botico“ und „Tartuffe 2“ waren damals ihre sanglichen Meisterwerke, nach der Meinung der meisten Kritiker vor allem ihre Umgebung, obwohl sie neben den großen Liedern von Šlitra und Kopty tote Lieder aufführen musste.
Sie hat sie das Lied Milord, den Welthit von Edith Piaf, in ihren französischen Lieblingsradiosendern selbst ausgesucht. Sie hat sich das Album besorgt und dann hat sie die tschechische Übersetzung des Liedes an Pavel Kopt gegeben und von ihm hat sie das erste Juwel dann erhalten, er hat sie dann in ihrer Karriere bis zu seinem Tod im Jahr 1988 textlich begleitet.

In den Zeitungen wurden zum ersten Mal die Worte "exzellenten Chansonismus" geschrieben. Über ihr Schauspiel wurde kaum gesprochen.

In den frühen sechziger Jahren hat sie drei Filmrollen, aber kleine bekommen: die Prostituierte Vanda in Vávras „Polizeistunde“, die Zigeunerin in Jasnys Film „Ich habe meinen Tod überlebt“ und sie spielte die Choreografin in Máriássy Film „Am Sonntag an einem Wochentag“. Am Tag ihres siebenundzwanzigsten Lebensjahres hat sie den Regisseur Ján Roháč in einem Balkan Grill getrofen. Nach der Rückkehr von der Brüsseler EXPO und dem Erfolg von Laterna Magika wirkte Werichs Favorit eleganter und selbstbewusster als je zuvor. Roháč lebte dann sechs Jahre zusammen mit Hegerová und sie arbeiteten oft zusammen. Er hat sie den Rückkehr nach Žilina ausgeredet und hat sie aus dem Theater Rokoko nach Semafor gebracht. Im Jahr 1961 waren Eva Pilarová und Waldemar Matuška dort noch in voller Pracht. In der zweiten Band über Zuzana „Zuzana ist wieder zu Hause“, ist ihr auch gelungen; neben den Stars von Semafor sich beweisen. Sie hat nie ihre schauspielerische Disziplin unterschätzt, die für die chansonische Interpretation der Mikrodramen noch notwendiger war als die Improvisationskomödie, die bei den Theatern der kleinen Formen gefehlt hat.  

Hegerová hat sich jedes einzelne Lied ganz genaue überlegt und arbeitete es in allen Klang- und Bewegungsdetails aus. "Als Schauspielerin wurde mir beigebracht, dass eine Figur gemacht werden muss."
Nachdem die Mitglieder Pilarová mit Matuška und unter politischem Druck auch Eva Olmerová das Theater Semafor verlassen haben, war Hegerovás Akribie und Überzeugungskraft in der Figur von Anne Boleyn von „Sechs Frauen“ herausragend. Der angesehenste Kritiker der Zeit, Lubomír Dorůžka, erklärte, "die Neigung einiger Zahlen zur aufdringlichsten und nicht ganz so einfachen Form des Chansons" und "... den Unterschied zwischen Hana Hegerovás szenischer Erfahrung und einigen anderen Aufführungen auf eher unprofessionellem Niveau."
Etwas abseits der Aufmerksamkeit der Medien hat Hegerová in der Alhambra Theater am Wenzelsplatz, einem luxuriösen Kabarett im westeuropäischen Stil, eine Gastrolle genommen. Dort hat sie Bruno Coquatrix gehört, der Chef der Olympia in Paris, zum ersten Mal. Er hat unzählige Male das Lied Milord direkt von Edith Piaf erlebt hat, aber die Version von Hana war für ihm faszinierend, wäre es vielleicht der erste Schritt für den Sänger gewesen, den großen Traum zu verwirklichen, in die frankophone Szene einzudringen.
Im Jahr 1963 war die Aufführung „Zuzana ist für niemanden mehr zu Hause“ der Höhepunkt in ihre Prager Karriere. Mit den „dritten Teil von Zuzana“ hat allerdings auch die Karriere von Karel Gott begonnen. Besonders das Lied „aus meinem Leben“ war für die Chansonieren wie genäht. Suchý und Šlitr haben das Lied ursprünglich für Olmerová geschrieben, aber sie ist leider wieder in kommunistische Bedrängnis geraten. Das Leben selbst bestätigte also der Slogan "Die Auflösung kam, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren" und Olmerová konnte das Lied nicht mehr auf der Schallplatte singen. Aber auch das Finale „sie können alle auf meinen Rücken klettern“ in Hegerová Anbringung war so emotional und konnte auch als Herausforderung für die damaligen Reformhoffnungen gesehen werden.

In dem gleichen Jahr hat Hegerová Dank des Regisseurs Karel Kachyň ihre stärkste Filmrolle ergattert. Sie und am Boden zerstörter Arbeiter und Alkoholiker Rudolf Hrušínský entzündete am Ende des Tunnels ein Licht in der Hoffnung für ähnliche Ausgestoßene, die die sozialistische Gesellschaft nicht kennen wollte. Der Film „Hoffnung“ hat einen Regiepreis beim Mar del Plata Festival erhalten und Hegerová hat sich mehrmals privat und öffentlich an Hrušínský erinnert, wie er ihr vor der Kamera immer wieder geholfen hat. Manchmal hat sie gedacht, dass andere Regisseure sie bemerken würden.

Während ihres fünfjährigen Engagements in den Jahren 1961 bis 1966 hat sie doppelt so viel im Theater Semafor gespielt wie sie wollte: als Tante aus Liverpool in der Jazzoper „gut bezahlte Spaziergang“ (gefolgt von Formans Filmfassung) und neben Miroslav Horníček in Rezitation H + H, es wurde von Roháč die Regie übernommen. Die Arbeit mit ihm war für sie nicht angenehm, da die Beziehung langsam vorbei war. Die Beziehung hat während der Dreharbeiten zu „Wenn tausend Klarinetten“ (Roháč und Svitáček, 1964) zusammengebrochen, wo das gesamte Filmteam in Karlsbad gewohnt hat, während sie täglich gependelt hat, um von ihren Konzerten in Deutschland nach Kynžvart zu drehen.
Sie weigerte sich einfach die Nebenbeziehungen von ihrem Man zu ignorieren. Trotzdem blieb Roháč ein schicksalhafter Mann für sie und tatsächlich suchte sie nie einen anderen. Seitdem hat sich die irrtümliche, aber weit verbreitete Vorstellung, dass Roháč sie tatsächlich als Künstlerin geschaffen wurde, allmählich verringert. Wer sie aus der Nähe gekannt hat, wusste, dass sie Komponisten (wie Peter Hapka damals 21 Jahre alt), Texter, Dramaturgen und Kostüme finden konnte. Sie hat sich auch ihre kleinen Wohnungen in der Velvarska-Straße und am Altstädter Ring selbst besorgt und sie wählt auch die Freunde sehr solfältig, wie sie sich auch für den Regisseur entscheiden konnte; wie unerwartet für Pantomime Ladislav Fialka. Während der Proben im Theater Zábradlí sagte sie: „Sag mir nichts, schau mich nur an und scheine.“ Dreißig Jahre bevor sein umstrittener Amerikaner Robert Wilson mit seinen „nur erleuchteten“ Regisseuren angekommen ist.

Wenn ich für mich selbst sprechen darf, habe ich in der tschechischen Popmusik bis zur Ankunft von Zuzana Navarová und ihrer Nachfolgerin Radůza eine so völlig unabhängige Künstlerin wie Hana Hegerová nicht erkannt. Obwohl sie nicht selbst komponiert oder die Texte geschrieben hat.

Ihre außertheatralische, ausschließliche Konzertkarriere hat mit dem Abschied aus dem Theater Semafor angefangen und hat 45 Jahre gedauert. Sie hatte Konzerte in 15 Bundesstaaten in sechs Sprachen und ihre Konzertkarriere endete sie am 10. August 2011, als Hegerová ihre Herbstkonzerte über ihre Agentur von Dana Skalová wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme absagen musste und sie hat beschlossen keine Konzerte mehr zu machen nur manchmal als Gast auszutreten. Sie erfüllte das, was sie vor siebzehn Jahren zu Fero Fenič gesagt hat "Ich hoffe sehr zu wissen, wann mein letztes Konzert fällig ist."

Ihr Wunsch, eigene Statuen beim Jubiläumskonzert zu beleuchten, wurde leider nicht mehr erfüllt. Und nicht nur das.

Selbst nach mehreren Praktika und Auftritten in Frankreich wurden viele Zufälle - darunter Straßenkämpfe in Paris 1968 und die Besetzung der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Pakts - im französischen Umfeld nie vollständig durchgesetzt. Was sie wahrscheinlich gerne gegen den Orden der Französischen Akademie (und andere Auszeichnungen) und beeindruckende Leistungen auf der deutschen, österreichischen und schweizerischen Bühne eintauschen möchte, wo sie die Rezensenten mehrmals über Juliette Grec oder Gisele May gestellt  haben, um ihre Originalität hervorzuheben und es direkt mit Edith Piaf zu vergleichen .

Sie wurde nie lange Zeit eine Schauspielerin. Obwohl sie sich nicht mit diesem Wunsch versteckt hat. „Ich würde gerne spielen. Vielleicht in der fünfundfünfzigsten Alternative. Ich brauche keinen Ruhm als Schauspielerin, aber ich liebe Theater. “

Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie jemals weiß, was sie für ihre Zuhörer und Zuschauer getan hat, indem sie die wertvollsten Elemente, vieler ihrer Talente in einem Film, einem Fernsehlied oder einem Videoclip kombiniert.

Solche Stunden des Nachdenkens wären sehr nützlich für die Stunden, in denen sie wie Oma Čelková ihre Pasians interpretiert hat und Radio gehört hat.